Dec 30, 2020  /  POHA News

POHA House will deutschlandweit durchstarten

By POHA House

Von Robin Göckes – Immobilien Zeitung / 27.12.2020
Lea Hermanns treibt den Aufbau einer neuen Coliving- und Coworking-Marke voran und setzt sich dafür ambitionierte Ziele. Bis 2025 soll Poha House deutschlandweit bis auf 10.000 Einheiten angewachsen sein. Zum Start eröffnen aber erst einmal zwei Immobilien in Nordrhein-Westfalen.

Lea Hermanns weiß wie es sich anfühlt, irgendwo nur auf Zeit zu wohnen. “Ich habe selbst fünf Jahre lang bei verschiedenen Coliving-Anbietern gewohnt und lebe jetzt zum ersten Mal in einer ‘normalen’ Wohnung”, erzählt die 25-jährige Co-Gründerin und CPO von Poha House. Ihr Unternehmen will Leben und Arbeit unter einem Dach vereinen. Hermanns sagt, sie spreche deshalb bewusst nicht von einem Coworking- oder Coliving-Angebot. “Wir bieten Co-Spaces”, erklärt sie.

“Grundsätzlich ist uns der Ankauf lieber”
Die ersten beiden Häuser, die unter der Marke Poha House betrieben werden sollen, sind gerade in der Entwicklung. In Aachen wird an der Adresse Theaterplatz 1 Raum geschaffen für 50 Bewohner und 30 Büroarbeitsplätze, in Essen, Pferdemarkt 5-7, für 80 Bewohner und 60 Arbeitsplätze, jeweils in denkmalgeschützten Gebäuden in Innenstadtlage. “In Essen haben wir gekauft, in Aachen gemietet. Grundsätzlich ist uns der Ankauf lieber, auch wenn es natürlich schneller geht, ein Objekt zu mieten”, berichtet Hermanns. Beide Häuser werden derzeit fit für die Zukunft als moderne Kombination aus Wohn- und Arbeitswelt gemacht und sollen voraussichtlich im ersten Quartal 2022 eröffnen.

Einsamkeit und der Wunsch nach einem Zuhause
Ausgerechnet inmitten einer Pandemie, verbunden mit wirtschaftlichem Abschwung und dem allgegenwärtigen Mantra der sozialen Isolation, eine Coliving- und Coworking-Marke aufzubauen, sieht Hermanns nicht als Nachteil an. “Der Wunsch der Menschen nach einem Zuhause verschwindet ja nicht. Und der Homeoffice-Trend passt zu unserem Konzept ebenso wie die Wahrnehmung, dass die Einsamkeit für viele Menschen zu einem immer größeren Problem wird”, sagt die Gründerin. Konzeptionell habe deshalb auch unter dem Eindruck der Pandemie nichts umgestellt werden müssen. Im operativen Betrieb wird Corona aber wohl schon die eine oder andere Spur hinterlassen. “Solche Dinge wie einen kontaktlosen Zugang werden wir noch angehen.”

Dass Poha House ausgerechnet mit zwei Objekten in Nordrhein-Westfalen den Startschuss für die bundesweite Expansion abfeuert, ist naheliegend. Schließlich ist das Bundesland für die Gründerin trotz Studienaufenthalten in Italien, Australien und China so etwas wie heimisches Terrain, gehört sie doch zur Familie des Landmarken-Gründers Norbert Hermanns. Bleiben soll es bei den beiden Objekten in Aachen und Essen aber bei weitem nicht. Poha House will deutschlandweit Fuß fassen. “Unsere Zielmarke für das Jahr 2025 sind 10.000 Einheiten, was Möglichkeiten zum Wohnen und auch zum Arbeiten einschließt”, berichtet Hermanns. Finanziell gedeckt werde der Wachstumskurs “von einer Handvoll Privatinvestoren. Wir sind voll auf Expansionskurs”, unterstreicht sie die großen Ambitionen.

Breite Angebotspalette
Die Häuser sollen all das bieten, was sie bei ihren eigenen Aufenthalten in Coliving-Objekten entweder gemocht oder eben vermisst hat. “Viele Betreiber, die schon am Markt sind, setzen besonders auf eine junge Zielgruppe. Aber nicht jeder will dauerhaft das Gefühl haben, in einem Studentenwohnheim zu leben”, nennt sie ein Beispiel. Zudem störten allzu viele Wechsel in der Hausgemeinschaft das Zusammengehörigkeitsgefühl, dass aber wesentlich für den Charme solcher Wohnmodelle sei. “Deshalb richten wir unsere Konzepte danach aus, die Menschen möglichst lange in unseren Häusern zu halten”, erklärt Hermanns. Gelingen soll das mit einer breiteren Palette an Wohnangeboten in Größe, Ausstattung und Preis, als das bei anderen Anbietern der Fall ist. “Auch Paare werden bei uns ein passendes Angebot finden”, sagt die Co-Gründerin von Poha House.

Der ideale Standort biete nach ihrer Meinung rund 200 Wohneinheiten. “Das macht aus Betreibersicht Sinn, ist aber nicht zu anonym.” Die ideale Aufteilung innerhalb eines einzelnen Gebäudes sehe 80% des Platzes für eher langfristig orientiertes Wohnen, 10% für Arbeitsplätze und 10% als Shortstay-Angebot vor. “Das wäre unsere Wunsch-Kombination, wobei sich das natürlich von Standort zu Standort auch ein wenig unterscheiden kann.” Sie wisse zwar, dass die Anforderungen an die passenden Immobilien damit hoch seien, Sorge bereite ihr das aber nicht, sagt Hermanns. “Wir sind flexibel und können unsere Konzepte gut an die örtlichen Gegebenheiten anpassen. Und wir würden auch selbst entwickeln, wenn es passt”, sagt sie. Die Standortanforderungen sind schnell erklärt. “Das Konzept passt sicher für A-Städte und auch für B-Städte, genau wie für Uni-Standorte. Innenstadtlagen sind gut, genauso wie Viertel mit einer gewissen Start-up-Szene.” Für die Nutzer soll die Preisspanne breit gefächert sein. In Aachen etwa könne sie sich den Einstieg ab etwa 500 Euro inklusive aller Nebenkosten vorstellen.

Nachhaltigkeit quantifizierbar machen
Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Standorte solle das Thema Nachhaltigkeit spielen. “Das fängt beim Reinigungskonzept an und geht mit den Möbeln weiter, die so lokal wie möglich produziert werden sollen und bei denen wir einen starken Fokus auf die Haltbarkeit richten”, sagt Hermanns. Auch die Konzeptionierung der für Colivingprojekte obligatorischen Community-Events soll unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten erfolgen. “Ich kann mir Veranstaltungen in der Natur oder auch das gemeinsame Anpflanzen von Obst und Gemüse auf einer Dachterrasse vorstellen.” Zudem solle der Nachhaltigkeitsbegriff quantifizierbar untermauert werden. “Eine Idee wäre es zum Beispiel, für jeden Monat, den ein Mieter bei uns wohnt, ein Kilo Plastik aus dem Meer zu fischen.”

POHA House will deutschlandweit durchstarten

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POHA House

Date
30th December 2020

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